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Mit Humor und Witz will sich die fröhliche Wartburggemeinde Frankfurt gegen die Diktatoren der Welt wenden • Von Doris Stickler

Wer lacht denn da?

esz/Stefan SchubertSchön anzusehen ist der Turm der Wartburgkirche bereits jetzt bei Tag und Nacht. Anlässlich des Reformationsjubiläums zieren ihn Luther-Porträts. Bald schallen auch fröhliche und glücklichmachende Laute von hoch oben herab auf die Straßen Frankfurts.

FRANKFURT. Statt Glockenschlag lacht es vom Kirchturm der Frankfurter Wartburggemeinde – zumindest eine Woche lang.

Dem Augustinermönch ist die Askese noch förmlich ins Gesicht geschrieben. Auch dem bärtigen Rebell, der gerade den Wormser Reichstag aufgemischt hat, sieht man noch den spartanischen Lebensstil an. Den erfolgreichen Reformator begleitet dagegen eine beachtliche Leibesfülle, die er bis zum Ende bewahren wird. Der Wandel von Martin Luthers Erscheinungsbild ist durch die Produktivität der Cranachschen Kunstwerkstatt hinreichend dokumentiert. Vier der Porträts ließ die Wartburggemeinde auf großformatige Banner übertragen und anlässlich des 55. Jubiläums ihres Gotteshauses in den Öffnungen des frei stehenden Kirchturms installieren.

Jede Viertelstunde

Blickt Luther vom Kirchturm überaus ernst herab, wird vom 17. bis 25. Juni eine Klanginstallation seinen fast schon finsteren Gesichtsausdruck akustisch konterkarieren. Dass statt des Glockengeläuts dann alle Viertelstunde herzhaftes Lachen erschallt, steht für Thomas Diemer nicht in Widerspruch zu Luthers Person und Lehre. Lukas Cranach der Ältere habe ihm zwar ein strenges Antlitz verpasst, um ihn gemäß der damaligen Darstellungsweise als aufrichtigen und glaubwürdigen Mensch zu präsentieren.

»Wo Glaube ist, da ist auch Lachen«

In seinen Reden und Schriften habe Luther jedoch Humor bezeugt und klar gemacht: »Wo Glaube ist, da ist auch Lachen«. Und wo Lachen ist, da ist auch Frieden, sind sich Carolyn Krüger und Brigitte Kottwitz gewiss. Um »offensiv und unüberhörbar auf den inneren und äußeren Frieden aufmerksam zu machen«, brachten sie daher wiederholt Kirchtürme zum Lachen. »Lachen ist weltweit eine Friedensbotschaft, wenn man jemanden anlacht, bekommt man ein Lachen zurück. Der lachende Kirchturm symbolisiert diese Kraftquelle und lädt zum Nachdenken und Mitmachen ein«, bringt das sich kurz »CaBri« nennende Künstlerinnenduo die Intention dieser Klangprojekte auf den Punkt. Doris Stickler

Am 22. Juni sind alle Menschen eingeladen, von 17 Uhr bis 18.30 Uhr in der Wartburgkirche für den Frieden zu beten. Das anschließende Picknick im benachbarten Gün-thersburgpark steht ebenfalls jedem offen.

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