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Nordkorea

Warmbier ist kein Einzelfall

esz/IGFMJoo Il Kim erhebt seine Stimme heute von London aus gegen das Regime in Nordkorea.

Im Juni war der US-Student Otto Warmbier aus nordkoreanischer Haft entlassen worden – im Wachkoma. Solche politischen Geiselnahmen kämen oft vor, sagt der ehemalige Offizier Joo Il Kim. Er spricht auch darüber , in welchem Schrecken religiöse Menschen in Nordkorea leben.

Die Menschenrechtslage in Nordkorea ist aus der Sicht des Dissidenten Joo Il Kim noch schlechter geworden, seit Kim Jong Un die Führung des Landes übernommen hat. Politische Geiselnahmen wie der Fall des US-Studenten Otto Warmbier seien keine Seltenheit, sagte der ehemalige Hauptmann des nordkoreanischen Militärs in Frankfurt. Derzeit sei zum Beispiel ein kanadischer Pastor koreanischer Herkunft in Haft. Warmbier war nach einem geringen Delikt in Nordkorea verhaftet, mutmaßlich gefoltert worden und ins Wachkoma gefallen. Im Juni wurde er in die USA entlassen und starb dort nach wenigen Tagen.

Antireligiöse Erziehung in den Schulen

Religiöse Menschen in Nordkorea müssten peinlich genau darauf achten, dass niemand auf ihr Weltbild aufmerksam werde. »Wenn man sich entschließt, einer Religion zu folgen, endet man als politischer Gefangener«, sagte Joo. Schon in den Grundschulen des abgeschotteten ostasiatischen Lands herrsche eine strikt antireligiöse Erziehung. Wenn jemand gläubig sei, hätten dessen Angehörige oft Angst, dass er psychisch krank sei. Wenn sie dann ärztliche Hilfe suchten, könne das für den Betreffenden schlimme Folgen haben.

Den Glauben besser geheim halten

»Die erste Frage, die man einem Flüchtling stellt, der aus China zurückgebracht wurde, ist, ob er dort einen christlichen Missionar getroffen habe«, schilderte Joo. Jeder verneine das natürlich, aber wenn der Geheimdienst durch Befragung anderer abgeschobener Nordkoreaner herausfinde, dass das nicht stimme, drohe eine öffentliche Hinrichtung. Man müsse seinen Glauben streng geheim halten.

Geflohen, als die Wachen schliefen

Er selbst sei im Jahr 2005 geflohen, indem er einen Grenzfluss zwischen Nord- und Südkorea durchwatet und durchschwommen habe, berichtete Joo. Er habe die Gelegenheit genutzt, als die Wachen eines Grenzpostens eingeschlafen seien. Er sei Christ geworden. Heute lebt er in London, wo er die Zeitschrift »FreeNK« gründete.

Seine Eltern und Geschwister habe er in Nordkorea zurückgelassen, erzählte Joo. Zuletzt habe er vor zehn Jahren telefonisch Kontakt zu ihnen gehabt.nis

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