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Kinder und moderne Medien

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Karin WeberStreit um Medienkonsum gibt es in Familien schon immer. Aber Eltern haben es heute mit den sich rasant entwickelnden digitalen Medien zu tun.

MAINZ. Kinder nutzen Smartphone, Tablet, Laptop und Co. Familien- und Jugendberaterin Eva Klein gibt Eltern Impulse für eine Mediennutzung der Heranwachsenden mit Bedacht.

Es gibt keine Familienberatung, bei der dieses Thema nicht auf den Tisch kommt«, sagt Eva Klein im Mainzer Haus der Kirche. Sie meint das Thema Handy- und Computernutzung von Kindern und Jugendlichen. Klein ist diplomierte Medienwirtin. Sie spricht bei einer Art Elternabend, organisiert von Evangelischer Familienbildung und vom Unternehmen PME-Familienservice.

So ganz neu ist das Problem nicht. Die Referentin erinnert daran, dass es schon früher kritische Stimmen beim Aufkommen neuer Medien gab, sei es beim Radio, Kino, oder Fernsehen. Die digitalen Medien allerdings entwickeln sich rasant, und somit stehen Eltern vor Fragen und Herausforderungen, die sie als allererste Generation lösen müssen.

Eltern müssen dem Druck mitunter widerstehen

Als ersten Anhaltspunkt gibt Klein den Eltern pädagogische Empfehlungen an die Hand: Ein Mobiltelefon als Wegsicherung oder für den Notfall ist ab sechs Jahren sinnvoll, ein eigenes Handy ab neun Jahren, das Smartphone sollte erst bei Zwölfjährigen auf der Wunschliste stehen. Dennoch hören Eltern oft, in anderen Familien gebe es viel größere Spielräume. Das macht es schwer, eigene Grenzen durchzusetzen. »Sobald die Kinder in die fünfte Klasse kommen, ist der Druck enorm hoch«, bestätigt eine Mutter.

Diesen Druck des Dazugehörens habe es schon früher gegeben, sagt Klein. »Definieren sie für sich, wo die Reise hingehen soll«, sagt sie. »Sie sind die Führungskraft und Sie entscheiden, wie das Leben im Mikrokosmus ihrer Familie aussieht.« Dabei spiele Authentizität eine große Rolle: »Sie müssen aktiv Führung übernehmen und gleichwürdig Entscheidungen treffen, aber auch für die Folgen einstehen.«

Online-Sucht hat die selben Ursachen wie andere Süchte

Bis zum Alter von acht Jahren werde empfohlen, Kinder beim Medienkonsum aktiv zu begleiten, erläutert Klein. Ab sechs Jahren sei kontrolliertes Loslassen möglich, unterstützt durch geschützte Räume und technische Filter. Achtjährige sollte man beim Gebrauch der Medien kompetent unterstützen und aufklären.

Problematisch wird es, wenn der Heranwachsende nicht aufhören kann zu chatten, zu posten und zu tweeten – wenn der Gebrauch der Mobilgeräte zur Sucht wird. Suchtverhalten entstehe, um ein geringes Selbstwertgefühl auszugleichen. »Wenn ich kein Selbstwertgefühl habe, bin ich anfällig für die komplette Latte der Süchte«, stellt Klein klar. Sie rät, Kindern das Gefühl zu geben, richtig zu sein. Auch in schwierigen Zeiten wie im Fall einer Online-Sucht ist in erster Linie wichtig, die gute Beziehung zueinander zu stärken. Das erfordere Stabilität der Führungskraft.

Karin Weber

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