Evangelische Sonntags-Zeitung

Angebote und Themen

Herzlich Willkommen! Entdecken Sie, welche Angebote der Evangelischen Sonntags-Zeitung zu Ihnen passen. Über das Kontaktformular sind wir offen für Ihre Anregungen.

AngeboteÜbersicht
Menümobile menu

Alle Nachrichten

Angst vor Stadt-Land-Gefälle

Pfarrstellen werden unbesetzt bleiben

eöa/Silke RummelDie Wahlen sind bei dieser Synode noch das, was am leichtesten zu bewältigen ist.

BRENSBACH. Der Abbau von Stellen ist kein angenehmes Thema. Bei Betroffenen löst es oft Frust und Trauer aus. Auch Ängste spielen eine Rolle. Die Synodalen des Dekanats Vorderer Odenwald haben das auf der Synode in Brensbach klar benannt.

Eineinhalb Stunden waren veranschlagt. Und so lange diskutierten die Synodalen bei ihrem Treffen in der Kulturhalle in Brensbach auch. »Die Pfarrstellenbemessung ist nicht nur bei uns ein heißes Thema«, sagte Volker Ehrmann, der auch in der Landessynode als Vorsitzender des Verwaltungsausschusses damit befasst ist. Die Mitgliederzahlen der Kirchen sinken, in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau um rund 1,4 Prozent jährlich. Vor allem aber gehen bis zum Jahr 2025 viele Pfarrerinnen und Pfarrer in den Ruhestand. Alle fünf Jahre sollen deshalb die Pfarrstellenpläne angepasst werden. Derzeit beschäftigt sich die Landessynode mit der Pfarrstellenbemessung für 2020 bis 2024.

Große Ängste vor einem Stadt-Land-Gefälle

Die Pfarrstellen sollen um 1,6 Prozent jährlich gekürzt werden, die Schulpfarrstellen um drei Prozent – ausgenommen die der Schulseelsorge. Die Dekanate sollen in ihren Leitungen gestärkt werden. Es ist geplant, die Fusionen bis 2022 umzusetzen. Dann gebe es nur noch 25 statt 46 Dekanate, so Ehrmann. Im Jahr 2024 gingen etwa 100 Pfarrer in den Ruhestand, nur etwa 40 kämen nach. Deshalb sollten auch unter den Ruhestandspfarrern diejenigen aktiviert werden, die noch arbeiten wollen. »Wir werden spätestens von 2023 an um unbesetzte Pfarrstellen nicht mehr herumkommen, trotz Anpassungen«, sagte Ehrmann. Das Thema habe wie eine Münze zwei Seiten, sagte Dekan Joachim Meyer. Die eine seien die Zahlen, das Faktische also. Die andere finde sich im Bereich der Emotionen. »Der Abbau bedeutet Frust und Trauer bei den Betroffenen«, sagte Meyer. Sie habe Angst, dass es ein Stadt-Land-Gefälle gebe, sagte Miriam von Nordheim-Diehl, Pfarrerin in Wersau.

Schulpfarrer fühlt sichwegen Kürzung diskriminiert

»Wir müssen dafür kämpfen, dass Landstellen attraktiv bleiben«, appellierte sie. Die großen Gemeinden müssten entsprechend mehr Beerdigungen, Taufen und Hochzeiten bewerkstelligen, sagte Pfarrer Marco Glanz aus Groß-Umstadt. Er als Schulpfarrer fühle sich wegen der geplanten starken Kürzung »diskriminiert«, sagte Hubertus Naumann. Die rein evangelischen Zahlen nähmen zwar ab, aber er und sein Kollege an der Landrat-Gruber-Schule in Dieburg hätten gemischte Kurse mit Konfessionslosen und auch Muslimen. Und sie seien von allen Seiten begehrte Ansprechpartner für Lebensfragen. Wer könne dafür einspringen?

Diese Seite:Download PDFDrucken

Ihre Ansprechpartnerin

Renate Haller (rh)
Chefin vom Dienst

Tel.: 069 / 92107-444
E-Mail

to top