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Bessunger Bibel-Marathon

Nur das Wort zählt

eöa/Rebecca KellerMarion Pepper vom Bessunger »Whisky-Koch« liest nicht nur, sie lädt auch ein zum Probieren des harten Stoffes.

DARMSTADT. Rund 100 Stunden lasen die Menschen in der Bessunger Kirche vor – am Stück. Jeder bekam eine halbe Stunde für seinen Vortrag – ob in Dari oder Dänisch, im Heiner-Dialekt oder auf Bärndütsch.

Ein Knistern liegt in der Luft, als Daniel Neumann als Erster zum Lesetisch in der Bessunger Kirche geht. Er steht vor dem Altar. Die Leselampe und eine Kerze mit Luther-Rose sind die einzigen Lichtquellen zu Beginn des Bibel-Marathons in der ältesten Kirche Darmstadts. Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde setzt zunächst bedächtig die Kippa auf und trägt die ersten Verse aus dem Bereschith, dem ersten Buch Mose, auf Hebräisch vor. Dann wechselt er zur Luther-Bibel und liest ruhig und betont die nächsten Verse des Schöpfungsberichts auf Deutsch vor.

Daniel Neumann eröffnetdie Lesung auf Hebräisch

Zur Überraschung der Zuhörenden singt er die letzten Verse seines Abschnitts wieder auf Hebräisch. Neumann, der auch Direktor des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Hessen ist, eröffnete den Bessunger Bibel-Marathon in Darmstadt. Ein ganz besonderer Beitrag zum Reformationsjahr. Gleich nach ihm liest Dekanin Ulrike Schmidt-Hesse weiter im Buch Genesis über die Erschaffung des Menschen.

Geschichte der Sintflutin Gebärdensprache

Charly Landzettel, Bessunger Urgestein und Kerbevadder, schließt sich an mit der Geschichte von Kain und Abel. Astrid Mannes, Bürgermeisterin von Mühltal, setzt die Bibel-Lesung mit Noah fort. Eine besondere Augenweide ist der Vortrag von Brigitte Kapraun. Die Pfarrerin für Gehörlosenseelsorge erzählt die Geschichte der Sintflut anrührend in Gebärdensprache.

Die Abfolge ist eine logistische Meisterleistung

220 Personen lesen in ziemlich genau 100 Stunden, also über viereinhalb Tage, rund um die Uhr aus der Bibel. Manche suchen sich ihre Lieblingsstellen heraus, andere lesen, was in ihrem Zeitfenster gerade dran ist. Viele lesen auch mehrmals. Die Hälfte der Bibelleser stammen aus der Petrusgemeinde. Eine logistische Meisterleistung!

Die Bibel in Bärndütschklingt ungewöhnlich hier

Der Schauspieler und Reformationsbotschafter Samuel Koch las in berührender Art aus Jesaja vor. Manche agierten im Sitzen, andere im Stehen. Ingrid Schmidt-Viertel, Kirchenvorstandsvorsitzende und gebürtige Fränkin, ließ es sich nicht nehmen, einen Abschnitt in ihrem Heimatdialekt vorzutragen. Der Darmstädter Mundart-Autor Günter Körner trug Kapitel aus dem Matthäus-Evangelium in seiner ganz eigenen Übersetzung auf Heiner-Deutsch vor. Ein Gemeindeglied ließ die Bibel auf Bärndütsch (Bern-Deutsch) erklingen.

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