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»Tee mit Ayman« von Astrid Ruppert

»Ich war die Mama«

Stefanie WalterAstrid Ruppert bewegt sich so viel wie möglich draußen. Hier schreibt sie auch am liebsten.

HOMBERG/OHM. Amüsant, nachdenklich, lustig: Die Schriftstellerin Astrid Ruppert schrieb über ihre Zeit als Flüchtlingshelferin eine Art Tagebuch. »Tee mit Ayman« erschien jetzt im Selbstverlag.

Astrid Ruppert ist eine erfolgreiche Schriftstellerin und Drehbuchautorin. Jedes Jahr zu Weihnachten läuft im ZDF der Film »Obendrüber, da schneit es«, der auf ihrem Buch basiert. Sie lebt in einem netten Dorf im Vogelsberg, in einem idyllischen Fachwerkhäuschen. Die Kinder sind groß. »Vieles hat geklappt in meinem Leben. Es geht mir gut, ich kann als Schriftstellerin auf dem Land leben. Ich dachte, dass ich noch Kapazitäten habe.« Dann kamen 2015 die ersten Kriegsflüchtlinge in den Vogelsberg. Astrid Ruppert ließ sich zur ehrenamtlichen Flüchtlingshelferin fortbilden.

Sie beschreibt ihre Erlebnisse mit Geflüchteten

»Ich fand das alles sehr anregend«, erzählt sie rund zwei Jahre später in ihrem Garten, umgeben von Blumen und summenden Bienen. »Und ich merkte: Wenn ich rede, hören alle zu.« Daraus entstand die Idee, ihre Erlebnisse mit den Geflüchteten in einer wöchentlichen Kolumne in der Lokalzeitung zu veröffentlichen, als eine Art Tagebuch. Ein Jahr lang schrieb sie. Anfang Juli erschienen die Texte als Buch. Es trägt den Titel »Tee mit Ayman«.

Sie erlebt die Menschenals offen und neugierig

Ayman ist einer der Geflüchteten aus Syrien, die mit der großen Welle nach Europa gespült wurden. Sein Name ist, wie alle anderen auch, fiktiv. Die Geflüchteten lebten in einer Unterkunft im Nachbardorf. Ruppert fuhr mit ihnen zu den Ämtern, füllte Formulare aus, organisierte Deutschkurse und Wohnungen, holte die jungen Männer spätabends aus der Stadt ab, weil kein Bus mehr fuhr, machte Vorschläge, wie Probleme zu lösen sind. »Ich war die Mama. Ich habe alle als offen und neugierig empfunden. Das war so anders, als ich gedacht hatte. Und das wollte ich den Leuten mitteilen«, erklärt sie ihre Motivation, die Kolumnen zu schreiben.

Astrid Ruppert: »Tee mit Ayman«; 224 Seiten; Verlag Tredition; 10, 50 Euro; Juni 2017

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