Evangelische Sonntags-Zeitung

Angebote und Themen

Herzlich Willkommen! Entdecken Sie, welche Angebote der Evangelischen Sonntags-Zeitung zu Ihnen passen. Über das Kontaktformular sind wir offen für Ihre Anregungen.

AngeboteÜbersicht
Menümobile menu

Alle Nachrichten

Kindertafel

Gesunde Stulle

epd/Daniel Staffen-QuanJeden Morgen schmieren bis zu fünf ehrenamtliche Helfer der Würzburger Kindertafel Pausenbrote für etwa 200 Kinder in Grund-, Haupt-, Mittel- und ‧Förderschulen.

WÜRZBURG. Mehr als 900 Tafeln in Deutschland sammeln Lebensmittel ein und geben sie an bedürftige Menschen. Einige wenige konzentrieren sich auf Kinder und arbeiten nach einem anderen Konzept.

Es ist früh am Morgen, ein kleines ehemaliges Ladenlokal im Würzburger Stadtteil Grombühl. Drei Frauen und zwei Männer mit Plastikschürzen stehen um einen Tisch und belegen im Akkord Brote. Um die 200 Pausenbrote schmieren die Ehrenamtlichen heute für Kinder und Jugendliche. Das Quintett arbeitet ehrenamtlich bei der Würzburger Kindertafel, einem Verein, der Kinder und Jugendliche in Kindergärten und Schulen mit einem gesunden Frühstück versorgt. Das besteht immer aus einer Stulle, einem Stück Obst und einem Getränk.

Kindertafel besteht seit gut fünf Jahren

»Zwo, vier, sechs, acht, zehn, fertig«, sagt Viktor Lang und schließt die kleine blaue Box, die er für einen Caritas-Kindergarten gepackt hat. Am Tisch klappern Simone Weber-Kachel und Claudia Gawlik mit Messern in Brotaufstrich-Gläschen. »Heute gibt's vegetarisch«, sagt Claudia Gawlik, die fast seit Gründung der Würzburger Kindertafel vor mehr als fünf Jahren mit dabei ist. Flink schmieren die Helfer jeweils zwei Vollkornbrot-Hälften, legen zwei Scheiben Karotte und ein Salatblättchen drauf.

Erzieher bestellen die Brote

Das Arbeitsprinzip der Kindertafel Würzburg ist bayern- und bundesweit ein seltenes. Nur die Kindertafeln im benachbarten Schweinfurt und die im thüringischen Suhl arbeiten noch so. Die gesunden Pausenbrote kann sich kein Kind selbst ordern – das liegt in der Hand der Erzieher und der Lehrer. Sehen die Pädagogen, dass ein Kind regelmäßig ohne oder nur mit ungesundem, zu zuckerhaltigem Frühstück in die Einrichtung kommt, können sie sich bei der Kindertafel melden und dort Brote bestellen. Die Kindertafel-Mitarbeiter wissen nicht, wer die Brote bekommt, sie liefern nur die Kisten ab.

Mit Zucker und Fett im Bauch kann man nicht gut lernen

»Wir richten uns ausdrücklich nicht nur an sozial schwache, arme Kinder und Familien«, sagt die Kindertafel-Mitbegründerin Ute Kremen. Denn für die Leistungsfähigkeit und Aufmerksamkeit eines Kindergartenkindes und Schülers ist es ganz egal, ob Mama und Papa kein Geld für ordentliches Frühstück haben, oder ob sie sich einfach nicht darum kümmern. »Ganz überspitzt gesagt: Was nützen dem Erstklässler steinreiche Eltern, wenn sie ihn mit Geld abspeisen«, fragt Kremen. Kinder kaufen sich in so einem Fall eben kein gesundes Körnerbrot mit Käse, sondern etwas mit zu viel Zucker oder Fett: »Mit so etwas im Bauch kann man nicht gut lernen.«

Helfer kaufen Brot ein

Inzwischen ist es 7.45 Uhr, Claudia Gawlik hat den kleinen Kastenwagen der Kindertafel mit den Kisten für ihre Tour beladen. »Heut' bin ich spät dran«, sagt sie. Normalerweise fährt sie um 7.30 Uhr los, damit alle acht Einrichtungen auf ihrer Route das Frühstück pünktlich zur Pause haben. »Es hat Brot gefehlt«, es wurde nicht die bestellte Menge geliefert. »Da mussten wir schnell noch einkaufen.«

Private Geldgeber finanzieren die Hilfe

Das unterscheidet die Kindertafel von den Tafelläden, mit denen sie auch organisatorisch nichts verbindet: Die Kindertafeln nehmen nur sehr selten Lebensmittelspenden an, sie kaufen selbst ein, alles wird über private Geldspenden finanziert.

Daniel Staffen-Quandt/epd

Diese Seite:Download PDFDrucken

Ihre Ansprechpartnerin

Renate Haller (rh)
Chefin vom Dienst

Tel.: 069 / 92107-444
E-Mail

to top