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Protestantismus heißt Vielfalt

Eine klare Täuschung

iSock/Trout55Erst sind es viele kleine Wassertropfen, doch am Ende scheint es, als sei es nur ein einheitliches Wasser. So ähnlich nimmt Katharina Kunter den Protestantismus im Jubiläumsjahr wahr.

Frankfurt . Soviel Harmonie war selten und ganz sicher nicht rund um Martin Luthers Thesenanschlag 1517. Von einer Einheit war jedenfalls damals keine Rede. Heute ist das anders.

Wenn Katharina Kunter auf das Reformationsgedenken blickt, drängt sich ihr das Wort »Einheitsstilisierung« auf. Die Kirchenhistorikerin sieht vor allem das Bild einer homogenen Volkskirche gezeichnet – obendrein oft nur aus deutscher Perspektive. »Es wird eine Einheit vorgetäuscht, die es eigentlich nicht gibt.«

Christliche Vielfalt

Was die reformatorischen Strömungen weltweit sowohl theologisch als auch sozial und kulturell in Bewegung setzten, bleibt zu ihrem Bedauern weitgehend ausgeblendet. In ihrem Vortrag »Christliche Vielfalt – Erbe der Reformation – Bereicherung oder Belastung?« rückte sie diese Aspekte ins Licht.

Aus- und Abgrenzungskämpfe

Eingeladen von der Frankfurter Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) führte Katharina Kunter vor Augen, in welcher Vielfalt sich der Protestantismus von Anfang an äußerte. Da sich eine neue Konfession nicht über Nacht herauskristallisiert, liegt es für sie ohnehin nahe, dass es bereits zu Luthers Zeiten »Aus- und Abgrenzungskämpfe« gab.

Auch nach dem Augsburger Bekenntnis keine Einheit

»Es wird gern vergessen, dass mindestens acht Jahre lang gerungen, sondiert, ausprobiert und wieder verworfen wurde. Von Einheit war damals keine Rede«, stellte die Theologin klar. So sei erst 1529 auf dem Reichstag in Speyer der Begriff Protestantismus geprägt und im Jahr darauf »mit dem Augsburger Bekenntnis der Findungsprozess abgeschlossen« worden. Von Doris Stickler

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