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Skulpturen aus Glas und filigrane Objekte

Ein Schiff vor dem inneren Auge

Nicole Weisheit-ZenzAus alten Wälzern arrangiert Harun Kloppe neue Objekte.

MAINZ. »Licht und sein Sichtbarwerden« lautet der Titel einer Ausstellung in der Mombacher Friedenskirche. Licht und Wasser spielen für den Künstler Harun Kloppe wichtige Rollen.

Sie scheinen von innen zu leuchten. Die Skulpturen, die Harun Kloppe in der Friedenskirche im Mainzer Stadtteil Mombach ausstellt, scheinen facettenreich und leicht. Nach Einzel- und Gruppenausstellungen in der Region und im Ausland ist es ein Heimspiel für den Mainzer Künstler und Designer, Jahrgang 1957, der sein Atelier ganz in der Nähe hat. Dort schaute sich Pfarrer Jens Georg um und war begeistert von den Werken. Umgekehrt ließ Kloppe das Gotteshaus auf sich wirken. Einige seiner schönsten Objekte aus gut zehn Jahren wählte er aus, die nun in Dialog treten mit dem Kirchenraum.

Mal rau, mal angenehm warm

Vorsicht ist geboten bei den Skulpturen aus transparentem und farbigem Acrylglas, die auf dem Boden oder auf Sockeln stehen. Sie wirken mal rau, fast archaisch, mal angenehm warm, weich und wohltuend. Sanft können Besucher sie berühren. Das Licht und seine Verwandlung in Farbe ist ein zentrales Thema in Kloppes Arbeiten. Er wählte Titel wie »Traum vom Meer«, »Wundertüte«, »Bootsbaum« oder »free dance«.

Zum näheren Hinschauen und Nachdenken lädt das Werk »NeueHeimat« ein, das an die deutsche Teilung denken lässt. Der Künstler selbst hatte ein Schiff vor Augen, deren Insassen einen Aufbruch wagten in eine ungewisse Zukunft – in der Hoffnung, wieder eine neue Heimat in der Fremde zu finden. Ein aktueller Bezug auf Flüchtlinge. Auch an ein Kirchenlied denkt er: »Es kommt ein Schiff geladen«.

Jesus oder Luther ins Auge blicken

Zudem sammelt Kloppe alte Bücher, die sonst wohl keine Verwendung mehr hätten. Sie begegnen ihm wie durch Zufall, oder er findet abgegriffene alte Exemplare in Tauschkästen. Reizvoll findet er, unabhängig von ihren Texten, ihre Stofflichkeit und gelebte Geschichte. Durch Verformen, Schleifen und Bemalen entstehen in seinen Händen neue Objekte. In Gelb und Orange strahlt nun »Ein Sommer in Manitoba«. Auch »Doktor Schiwago« und »Gai Jin« sind in der Schau vertreten, mit Arrangements auf der Empore und neben dem Altar. Dort kann man Jesus in einer alten Schulbibel oder Martin Luther ins Auge sehen. Den Büchern wird neues Leben eingehaucht, das macht neugierig auf ihre Inhalte.

Von Nicole Weisheit-Zenz

Die Werke von Harun Kloppe sind bis zum 25. Juni in der Mombacher Friedenskirche zu sehen. Öffnungszeiten sind samstags am 17. und 24. Juni jeweils von 15 bis 17 Uhr und zu den Gottesdienstzeiten.

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