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Geld der Zukunft

Das Buch mit sieben Siegeln entzaubern

Doris SticklerReden vom Geld: Thomas Jörder (von links), Abraham de Wolf, Susanna Faust-Kallenberg und Matthias Klimpel.

Frankfurt. Mit Finanzthemen tut sich die Kirche schwer. Dabei beschäftigt das liebe Geld die Menschen tagtäglich.

Für einen Bettelmönch legte Martin Luther beachtliches Wissen über ökonomische Gesetzmäßigkeiten an den Tag. Bereits zwei Jahre nach dem Thesenanschlag brachte er den »Sermon vom Wucher« unters Volk, 1524 folgte der »Sermon über den Handel«. Dass er zwischenzeitlich die Bibel übersetzte, dürfte ihn dabei beflügelt haben.

Messerscharfe Analyse

Susanna Faust-Kallenberg liest seine an biblischen Texten orientierten Schriften als »messerscharfe Analysen« einer von massiven Umwälzungen geprägten Epoche. »Während die Mehrheit der Bevölkerung noch von der Landwirtschaft lebte, wurde die Naturalwirtschaft endgültig von der Geldwirtschaft abgelöst, entstanden weltweite Handelsgesellschaften wie die der Fugger und Welser.«

Wie sieht das Geld der Zukunft aus?

Auch Lukas fordere in seinem Evangelium auf: »Liebt eure Feinde und tut Gutes und leiht, ohne etwas dafür zu erhoffen.« Aus solchen Bibelstellen hätten die Theologen der alten Kirche dann ein Zinsverbot abgeleitet. Zunächst auf die von Zinsen lebenden Kleriker und Klöster begrenzt, sei es im 5. Jahrhundert ausgedehnt, im 12. Jahrhundert schließlich in der christlichen Lehre verankert worden.

Verbote umgehen

Thomas von Aquin habe postwendend Ausnahmen formuliert, mit denen viele das Verbot umgingen, so Faust-Kallenberg. Hierfür hätten sie lediglich die Zinsen als »Bestrafung bei Säumnis, Risiko- und Schadensausgleich oder Geschenk« deklarieren brauchen. In den beiden Jahrhunderten nach Luther erheblich aufgeweicht, habe Papst Pius das Zinsverbot 1830 abgeschafft.

Gegen Spekulationsgeschäfte

Dass Luther gegen kirchliche Spekulationsgeschäfte und vor allem gegen den profitträchtigen Ablasshandel zu Felde zog, nahmen die Veranstaltungsinitiatoren Ottmar Gendera und Hajo Köhn zum Anlass, im Jahr des Reformationsjubiläums über »Geld der Zukunft« nachzudenken. Von Doris Stickler

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