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Das Böse, was man lässt

iStock/pixel66Eine Kettenreaktion: der Domino-Effekt

privat/Silke Alves-ChristeHermann Alves ist Pfarrer im Ruhestand und ehemaliger Dekan. Er wohnt in Bad Ems.

Wilhelm Busch dichtet in seiner »Frommen Helene«: »Das Gute – dieser Satz steht fest – ist stets das Böse, was man lässt.« Dieser Vers entspricht einer Hauptaussage des großen Theologen des Mittelalters, Thomas von Aquin. Der meinte: Nur wenn wir das Böse in uns unterlassen, also überwinden, kann etwas Gutes herauskommen – mit Gottes Hilfe. Von Natur aus sind wir in unserem ureigenen Selbsterhaltungstrieb fester verhaftet, als wir denken. Wir sind Egoisten. Das wusste auch Voltaire. »Ich fürchte, mich zu kennen, und habe doch nicht die Kraft, mich zu verachten«, schrieb er. Lange vor Voltaire sagte Martin Luther: »Der Mensch müsste vergehen, wenn er seine innersten Übel sähe.« Nur wenn wir uns vom Heiligen Geist leiten lassen und auf Gottes Wort hören, kann überhaupt etwas Gutes herauskommen.

Doch was heißt das praktisch für dich und für mich? Wissen wir eigentlich oder erkennen wir, dass jeder Mensch ein Kettenreaktionsauslöser ist im Positiven wie im Negativen? Wer am Morgen die ersten Menschen, denen er begegnet, freundlich grüßt, löst damit eine positive Kettenreaktion aus. Die kann sich bis zum Schlafengehen fortsetzen.

Dagegen Muffeln am Morgen, schlechte Stimmung verbreiten – damit startet man eine Kettenreaktion ins Negative. Die endet oft nicht mit dem Schlafengehen. Man nimmt den Ärger mit in die Nacht. Irgendwann zwischen zwei und vier Uhr früh dämmert es, dass wir unseren Missmut den Mitmenschen nicht vor die Füße werfen durften. Leider fragt man sich oft erst nachts, welcher Teufel einen tagsüber geritten hat.

Gut daran ist, dass das Gewissen wenigstens noch schlägt. »Sofort, wenn was im Herzen nicht in Ordnung ist, gerät unser Lebenssaft in ängstlichen Aufruhr und steigt in den Kopf. Wohl dem, der noch erröten kann! Dies so genannte schlechte Gewissen sollte eigentlich das gute heißen, weil's so ehrlich die Wahrheit sagt«, so beschreibt Wilhelm Busch diese innere Instanz.

Die schlechten Nachrichten in allen Medien schlagen auf die Stimmung, verunsichern und trüben das Lebensgefühl. Umso wichtiger finde ich, dass ich mich darauf besinne: Ich kann selber meinen Teil dazu beitragen, ob der Tag ein guter wird für mich und die anderen. Jede und jeder löst nun mal eine Kettenreaktion aus – eine negative oder positive. Reinhard Kardinal Marx sagt: »Jeder Mensch ist ein Geschenk an die ganze Welt.« Ich kann also wenigstens wie ein Geschenk an die kleine Welt leben, in der ich unterwegs bin.

Wer direkte Handlungsanweisungen sucht, findet sie an vielen Stellen in der Bibel. Einfach nachschlagen und ausprobieren: Kolosserbrief 3,12-15 oder Römerbrief 13,8-10, Matthäus 6,14 und Epheserbrief 4,2.32.

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