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Luthers Spuren

Auf dem Weg

Stefanie BockEinen Pilgerstempel verteilt Pfarrerin Andrea Braunberger-Myers gerne in der Alten Nikolaikirche am ‧Römerberg an Pilger.

Frankfurt. Was bedeutet Evangelischsein in einer hektischen Großstadt wie Frankfurt? Was kann Martin Luther dem modernen Menschen mit auf den Weg geben? Denkanstöße will ein Flyer der Frankfurter Kirche liefern.

Zweimal besuchte wohl Martin Luther Frankfurt am Main. Allzu angetan soll er von der Stadt angeblich nicht gewesen sein. Am 14. April 1521 auf seinem Weg von Eisennach zum Reichstag nach Worms und am 27. April 1521 auf seinem Weg zurück nach Eisenach. Diese Route können Pilger seit einigen Wochen nachgehen. Der Lutherweg 1521 durchquert Frankfurt von Sachsenhausen im Süden bis nach Seckbach im Norden der Stadt.

Erste Grundinformationen

Trotz der wenigen Besuche gibt es Spuren des großen Reformators in der Stadt am Main. Und diese aufzusuchen hilft nun ein Flyer, den das Stadtdekanat mit zehn Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen herausgegeben hat. In einer Auflage von vorerst 20 000 Exemplaren erschienen, soll dieser erste Grundinformationen liefern.

Kirchen, Museum, Akademie

Darin enthalten sind Informationen über Kirchen, wie die Dreikönigskirche, die Peterkirche oder die Marienkirche, Öffnungszeiten und spezielle Angebote vor Ort. Es stellt neben den Kirchen aber auch die Evangelische Akademie und das Bibelhaus Erlebnis Museum vor. Dort können sich die Besucher über die Hintergründe der Reformation informieren und sogar Originale, wie Bibeln oder Luthers zwei Briefe, die er aus Frankfurt schrieb, betrachten. In einem dieser Briefe deutet er vermutlich sein damals mysteriöses Verschwinden an: »Es muß eine kleine Zeit geschwiegen und gelitten sein«, wie Veit Dinkelaker vom Bibelhaus erklärt und fügt an: »Heute wissen wir, dass er auf der Wartburg untergetaucht ist«.

Weitere Zeugen der Reformation lassen sich in acht Kirchen in der Nachbarschaft entdecken. In der Dreikönigskirche die fünf großen Glasfenster von Charles Crodel, die an die Hauptstücke des Kleinen Katechismus Martin Luthers erinnern oder der Taufstein in der Lutherkirche, der an die zentrale Bedeutung der Taufe in der Theologie Luthers erinnert. »Wir wollen uns nicht verengen auf den historischen Luther, sondern viel eher fragen: Was bedeutet evangelisches Leben? Was bedeutet Evangelischsein?«, sagt Stadtkirchenpfarrer Olaf Lewerenz.
Bislang nur in der Alten Nikolaikirche erhalten die Pilger einen Pilgerstempel. Doch dies soll sich bald ändern. Auch andere Gemeinden planen, Stempelstationen anzubieten. Doch der Flyer richtet sich nicht nur an Pilger, sondern auch an Frankfurter oder Menschen, die einen Tagesausflug auf Luthers Spuren in der Main-Metropole planen. Ohne Rast dauere die Tour zu den zehn Stationen rund zweieinhalb Stunden, berichtet Olaf Lewerenz. Je nach Verweildauer und persönlichem Tempo reicht das Programm für einen Tag. Wer möchte, kann die Tour auch mit dem Fahrrad unternehmen. »Die Tour ist auch für Schulklassen oder Konfigruppen interessant«, so der Stadtkirchenpfarrer.
Für Seckbachs Pfarrerin Ute Pietsch ist der Flyer eine willkommener Anlass, Frankfurt einmal anders als üblich zu erleben. »Wir sind doch selten zu Fuß in Frankfurt unterwegs, aber hier können wir gucken, wie wir uns verlangsamen in dieser Großstadt, wie wir zur Ruhe kommen können«, so die Pfarrerin der Mariengemeinde. Von Stefanie Bock

Der Flyer »Lutherspuren in Frankfurt am Main« liegt in Frankfurter Kirchengemeinden aus oder ist online abrufbar unter frankfurt-evangelisch.de.

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