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Malwerkstatt für Asylbewerber in Wiesbaden

Abwechslung im Alltag

Christa KaddarSchnee und Tiere als Motive sind in der Malwerkstatt besonders beliebt.

WIESBADEN. Die Kreuzkirchengemeinde zeigt derzeit »Bilder vom Ankommen«, die in der Malwerkstatt einer Flüchtlingsunterkunft entstanden sind. Erfahrungen der Flüchtlinge fließen ein, aber die Bilder haben eine positive Ausstrahlung.

Malen ist etwas Heilsames, etwas Glücksspendendes«, sagt die Künstlerin Angelika Dautzenberg. Ihre Absicht ist es nicht, Kriegs- und Fluchttrauma aufarbeiten zu lassen, sondern den Bildern von Krieg, Gewalt, Flucht und Zerstörung etwas Positives entgegenzusetzen.

In einem Haus, das als Unterkunft für Asylbewerber dient und von der Wiesbadener Gesamtgemeinde getragen wird, bietet Dautzenberg seit anderthalb Jahren eine Malwerkstatt an. Sie bringt Fotos als Vorlage mit oder malt selbst etwas zur Anregung vor. Die Kreuzkirche zeigt einige der Bilder, die dabei entstanden sind, in einer Ausstellung.

Bilder drücken etwas Positives aus

»Im Durchschnitt kommen zehn Kinder, Jugendliche und Erwachsene zwischen drei und 33 Jahren in die Malwerkstatt«, erklärt Dautzenberg. »Für sie ist das eine Abwechslung im tristen Alltag.« Besonders beliebt als Motive sind ihren Worten zufolge Tiere und Schneelandschaften.

Die neunjährige Shafia hat eine Frau gemalt, die ein kleines Kind fest im Arm hält. Das Bild drückt Geborgenheit aus – oder vielleicht auch die Sehnsucht danach. »Ich finde es bemerkenswert, dass alle ausgestellten Bilder etwas Positives ausdrücken«, sagt Pfarrer Ralf Schmidt.

Wohnungen sind schwieriger zu finden als Arbeit

Vor zwei Jahren hatten die in Wiesbaden in der Wohnsiedlung Weidenborn die Unterkunft eröffnet. In dem mehr als 400 Quadratmeter großen Gebäude, in dem früher der Kindergarten der Johanneskirchengemeinde untergebracht war, sind mehrere abgeschlossene und komplett ausgestattete Wohnungen für Familien entstanden.

Die Malwerkstatt ist nicht die einzige Abwechslung. Ehrenamtliche geben Sprachkurse, Einführungskurse in die Kultur, und ein Musiklehrer macht einen Kurs »Sprache durch Gesang«. Paten unterstützen die Familien in Angelegenheiten mit Kitas und Schulen, inzwischen auch bei der Vermittlung in Arbeit und bei der Wohnungssuche. »Viele sind bereits anerkannt und müssten eigentlich aus der Unterkunft ausziehen. Aber wohin?«, fragt der stellvertretende Dekan Sunny Panitz. Schwieriger als Arbeit zu finden sei es, in Wiesbaden eine Wohnung zu finden.

Von Christa Kaddar

Die Ausstellung in der Kreuzkirche, Walkmühtalanlagen 1, ist noch bis zum 31. Juli zu sehen. Öffnungszeiten der Ausstellung sind dienstags bis freitags von 9 bis 13 Uhr, mittwochs von 15 bis 18 Uhr, sonntags von 9.30 bis 11.30 Uhr.

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