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Lutherzitate ziehen die Blicke auf sich

Unser Nächster ist jeder Mensch

Marc WickelEs ist gar nicht so leicht, die riesigen Plakate zu montieren. Aufgebracht sind sie auf zusammengestellte Container. Nach der Aktion finden die Behälter ihre Verwendung auf dem Gnadenhof in Weiterstadt.

WEITERSTADT. Die evangelischen Gemeinden in Weiterstadt haben große Banner mit Luther-Zitaten gestaltet. Sie finden sich an zwei Standorten im Osten und im Westen der Stadt, sind professionell gemacht und ziehen die Blicke der Verkehrsteilnehmer auf sich.

Wenn die Schulen zunehmen, dann steht es wohl im Lande« könnte auch ein Zitat eines aktuellen Politikers sein, wenn der Duktus nicht etwas altmodisch klingen würde. Mit noch immer aktuellen Lutherzitaten auf großen Plakaten weisen seit Ende April die evangelischen Gemeinden Weiterstadts auf das Lutherjahr 2017 hin. Die Plakate stehen an der Bundesstraße B 42, einmal im Westen Weiterstadts bei der Kreuzung Büttelborner Weg an der Landesstraße L 3094 und im Osten bei der Kreuzung mit der Landesstraße L 3113. Die Plakate mit insgesamt sechs unterschiedlichen Themen, Farben, Zitaten und Grafiken sollen im Monatsrhythmus ausgewechselt werden.

Ein universales Ereignis der europäischen Geschichte

»Es ist es sinnvoll, sich nicht nur in Kirchen an 500 Jahre Reformation zu erinnern«, lobt Arno Allmann, Dekan des Dekanats Darmstadt-Land, die öffentliche Plakataktion. Die Reformation erwies sich als ein universales Ereignis der deutschen und europäischen Geschichte mit weitreichenden Folgen. »Reformation ist kein Gedenktag für sich, sie hat auch viel mit der Ordnung zu tun, in der wir heute leben«, sagt Arno Allmann. Er erinnert daran, dass mit der Reformation die heutige Gewissensfreiheit beginne, auf die weitere Freiheiten und die bürgerlichen Rechte folgten.

Ziel: Etwas zum Nachdenken, aber nicht zu aufwendig

Die Idee zu der Aktion kam von den Gemeindemitgliedern Peter Sänger, Kirchenvorsteher in Weiterstadt, und Axel Rieper, Kirchenvorsteher in der Stadtteilgemeinde Gräfenhausen-Schneppenhausen. »Wir machen etwas zum Nachdenken im Lutherjahr, aber es sollte nicht zu aufwendig sein«, das sei der Plan gewesen, erzählt Peter Sänger. »Wir hätten nicht gedacht, dass wir dann ein Dreivierteljahr organisieren mussten«, schildert er und lacht dabei.

Container dienen als Wände für die Plakate

Sie und ihre Mitstreiter haben jeweils zwei leere und verschlossene Container aufeinandergestellt und daran die Plakate befestigt. Das klingt leichter, als es war. Denn auch dafür mussten sie eine Baugenehmigung bei der Stadt Weiterstadt einholen. Und die Frage stand im Raum, was mit den Containern passieren soll, wenn die Aktion vorbei ist? Aber auch da fand sich eine Lösung. Die Keller-Ranch, das Weiterstädter Tierheim, kann die vier Container gut gebrauchen und übernimmt sie im Anschluss.

Aktuelle Begriffe mit der Reformation verbinden

Die sechs Zitate hat der Weiterstädter Pfarrer Hartmut Stiller her ausgesucht. »Wir wollten mit Begriffen, die heute virulent und aktuell sind, eine Verbindung zur Reformation herstellen«, erklärt er die Auswahl. »Das wird ganz deutlich beim Thema Bildung«, findet er. Er erinnert daran, dass Luther 1524 die Städte aufgerufen hatte, dass sie Schulen »aufrichten« sollen mit »tüchtige meyster und meysterynn«. Luther habe auch von Lehrerinnen gesprochen«, betont Stiller. Außerdem habe er eine kindgerechte Pädagogik gefordert, die nicht auf Repression und Angst setzt.Von Marc Wickel

Die Plakatmotive finden sich unter www.reformation-in-weiterstadt.de.

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