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Kinderhospiz

Umarmung gegen die Einsamkeit

privatSchmerzfrei und auch ein bisschen verwöhnt: Im Kinderhospiz im rumänischen Sibiu/Hermannstadt versuchen die Mitarbeiterinnen, den Kindern ihr kurzes Leben angenehm zu machen.

Sie bleiben nur kurz, aber die jungen Patienten können ankommen für die Zeit, die ihnen bleibt. In Sibiu steht das erste stationäre Kinderhospiz in Rumänien. Die Leiterin der Einrichtung, Ortrun Rhein, berichtet von ihrer Arbeit.

Es war der 3. August 2016, als das erste Kind einzog. Seit damals waren 35 Kinder für längere oder kürzere Zeit im Hospiz. Mit ihnen zusammen hat das noch sehr junge Team den Alltag zu bewältigen gelernt, so schwer das manchmal auch ist.

Die Kinder sind zwischen sechs Monaten und 17 Jahren alt. Sie kommen zum Teil mit einem Elternteil, aber oft auch alleine zu uns. Viele Kinder werden, wenn die Diagnose »unheilbar erkrankt« gestellt ist, in der Kinderklinik zurückgelassen. Angst, Unwissenheit und die Armut der Eltern führen dazu. Für diese Kinder wird das Leiden dadurch noch größer. Umso mehr brauchen sie Fürsorge, eine Umarmung gegen die Einsamkeit. Das kann ihnen das Kinderhospiz geben.

Bunter Alltag

Zwölf gelernte Krankenschwestern, die einen Kurs für Palliativpflege absolviert haben, betreuen rund um die Uhr die Kinder und deren Familien. Sie werden von Ärztinnen, Seelsorgern, Ergotherapeuten und einer Psychologin unterstützt. Wer jetzt ins Kinderhospiz kommt, erlebt einen bunten Alltag: Die Stimme des fünfjährigen Daniel klingt vergnügt zwischen dem Geräusch des Lungenventilators, der sein ständiger Begleiter ist, die zweijährige Erika weint ab und zu, wenn sie in den Arm genommen werden will, und Andreis Eltern hoffen morgens und abends auf ein »kleines Wunder«, das ihrem 13 jährigen Sohn noch Zeit zum Leben gibt.

Angekommen für die Zeit, die bleibt

Und Daria und Alberto – jeder Tag ist ein Kampf mit der verschleimten Lunge, mit Krampfanfällen und Schmerzen. Abgeschoben, immer im Wettlauf mit dem Leben, stets als Last empfunden, für die Behörden nur eine Zahl und ein paar Akten mehr.

Im Kinderhospiz sind sie endlich angekommen, für die Zeit, die ihnen bleibt. Keine Nummer mehr, etwas verwöhnt, schmerzfrei, sauber. Man hat das Gefühl, dass sich hier der Tod erst einmal zurückzieht. Dann pocht viel Leben in der verbleibenden Zeit.

Das Kinderhospiz kann zehn Kinder, die auf Palliativpflege angewiesen sind, und ihre Familien betreuen. Der Verein »Dr. Carl Wolff« der Evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in Rumänien hat es im August 2016 auf dem Gelände eröffnet, auf dem es schon ein Altenheim und ein Erwachsenenhospiz gab.

Aktion »Sternstunde« hilft

Über die Aktion »Sternstunde« des Bayerischen Rundfunks in Zusammenarbeit mit der Bavariastiftung Rumänien konnten notwendige bauliche Veränderungen an dem Gebäude vorgenommen werden wie etwa einen Fahrstuhl anbauen, eine Schwesternrufanlage einbauen, Linoleum legen sowie einen Teil der Möbel für die Kinderzimmer anschaffen.

Im Land stand man dem Projekt etwas skeptisch gegenüber. Eine Finanzierung gab es erst einmal nicht. Dank der Hilfe des Vereins »Helft uns Leben«, von »Kirchen helfen Kirchen« und vielen kleinen Spenden konnte das Projekt starten.

Nur 40 Prozent der Kosten sind gedeckt

Das Kinderhospiz steht noch ganz am Anfang. Nur zögerlich hat die Krankenkasse eine monatliche Zahlung bewilligt. Rund 40 Prozent der laufenden Kosten sind dadurch gedeckt. Die anderen 60 Prozent müssen Monat für Monat über Spenden und Sponsoring organisiert werden. Das ist nicht leicht. Die Warteliste aber für Kinder, die das Kinderhospiz brauchen, wird länger.

Von Ortrun Rhein

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Ihre Ansprechpartnerin

Renate Haller (rh)
Chefin vom Dienst

Tel.: 069 / 92107-444
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