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Kita Pusteblume rückt Reformation in den Fokus

Jede Woche Ausflug ins Mittelalter

eöa/Bernd-Christoph MaternMartin Luther höchstpersönlich alias Pfarrer Christian Körver schaut sich die Ergebnisse von Workshops und Projektwoche an.

NASTÄTTEN. Wenn früher die Lateinkenntnisse bei Kindern nicht saßen, gab's mit der Rute. Heute zeigt man mehr Verständnis, vor allem wenn man Martin Luther ist und wenn die Kinder zuvor so viel über die Reformation gelernt haben.

Wie man kleinen Kindern erklärt, wer Martin Luther war, wissen Barbara Biener und Ursula Nold. Die Leiterin und die Erzieherin der Kindertagesstätte Pusteblume haben ihren 65 Schützlingen Workshops zum Wirken des Reformators und zu den Folgen dieses Wirkens angeboten, und zwar seit Beginn des Jahres einmal pro Woche. Schließlich taucht der Mönch 500 Jahre nach Veröffentlichung seiner Thesen überall in der Lebenswirklichkeit der Kinder auf, ob als Playmobil-Figur oder in Liedern.

Dabei sind sowohl Biener als auch Nold katholisch. Aber das war für die beiden nicht das geringste Problem, bei der Konzeption spielte ihre Konfession keine Rolle. »Wir sind doch Christen«, sagt Biener knapp. Diskussion erledigt.

Begriffe kindgerecht erklären

Bei ihren wöchentlichen Ausflügen ins Mittelalter lernten die Kinder zum Beispiel Federkiel und Tintenfass kennen, mit denen Luther die Bibel übersetzte. Mit entsprechender Kopfbedeckung und Kleidung kritzelten die Kleinen drauflos. Ebenso fleißig bastelten und nagelten sie Thesen. Die Begriffe »Sünde« und »Gnade« kennt heute nicht mehr jedes Kind, deshalb haben Biener und Nold die Begriffe kindgerecht erklärt. »Wir wollten den Kindern vermitteln, dass Gott alle Menschen liebt, auch wenn einer mal etwas angestellt hat«, erläutert Biener.

Fremde Sprachen gehen nicht ins Herz

Die kreativen Künste und leckeren Ergebnisse aus Workshops und Projektwoche standen als Höhepunkt der Woche noch einmal während einer Andacht mit Gemeindepfarrerin Anne-Bärbel Ruf-Körver im Mittelpunkt. Die begrüßte im schwarzen Talar rund um die mit Kunstwerken und bun ten Tüchern kreierte Lutherrose in der Mitte des Raums nicht nur Kinder, Eltern und Großeltern, sondern auch Martin Luther in historischem Gewand alias Pfarrer Christian Körver. Der erkundigte sich nach den Lateinkenntnissen der Kleinen, wunderte sich aber auch nicht großartig, als er da keine Antwort erhielt. »Seht ihr: Wenn man von Gott in einer Sprache spricht, die keiner versteht, dann geht's auch nicht ins Herz«, zeigte der Reformator Verständnis und forderte Klein und Groß dazu auf, sich umeinander zu kümmern.

Und wenn Mamas und Papas in diesem Jahr ausnahmsweise am 31. Oktober nicht arbeiten gehen müssen, dann wissen sicher im Gegensatz zu manchen Erwachsenen zumindest die Pusteblume-Kinder aus Nastätten, was der Grund dafür ist: ein Mönch namens Martin Luther.

Von Bernd-Christoph Matern

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