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Hilfe für Menschen mit Sprechproblemen

Gebärden für Finn, Elektro-Talker für Tobias

Marlene BroeckersFinn übt mit seiner Mutter Andrea Dotzert lautunterstützende Gebärden für das Wort Buch.

MÜHLTAL. Verstehen und verstanden werden ist die Grundlage menschlicher Kommunikation. Diese Fähigkei kann durch angeborene oder erworbene körperliche und geistige Beeinträchtigung eingeschränkt sein. Hier hilft die unterstützte Kommunikation, die Fachleute in der Nieder-Ramstädter Diakonie anbieten. Das Angebot steht auch externen Interessenten offen.

Finn ist ein süßer Fratz mit hellblondem Haar, ein sehr agiles Kind. Gern begleitet er alles, was er tut, mit Worten. »Er redet wie ein Wasserfall«, sagt seine Mutter Andrea Dotzert. »Aber man versteht man ihn ja nicht.« Finn ist mit dem Down Syndrom geboren. Seit zwei Jahren wird Finn logopädisch therapiert, um die vielen Muskeln zu trainieren, die er beim Sprechen braucht. Die Experten der unterstützenden Kommunikation, kurz UKomm, begleiten Finn seit einem Jahr.

Die kleine Schwester lernt Gebärdensprache mit

Ziel ist es, ihm und seinem Umfeld unterstützende Gebärden zu vermitteln, mit denen er seine Lautsprache begleiten kann, um diese verständlich zu machen. Finns kleine Schwester Helena lernt die Gebärdensprache automatisch mit. Das gestische Vokabular der Familie umfasst inzwischen rund 60 Gebärden aus der deutschen Gebärdensprache.

Expertin hat Finn genau beobachtet

Die Diplom-Pädagogin Kathrin Jennerich, seit 2015 in der Beratungsstelle tätig, betreut Finn und seine Familie. Sie besuchte die Familie Dotzert-Kahl, um die wichtigsten Bezugspersonen kennenzulernen. Auch im Martin-Luther-Kindergarten in Griesheim hospitierte sie, um Finns Verhalten zu beobachten und das passende Hilfsmittel herauszufinden. Das Ergebnis: kein elektronisches Hilfsmittel, sondern lautsprachunterstützende Gebärden.

Es fehlte ihm nur das Mittel, sich verständlich zu äußern

»Bei einem Kind, das so viel spricht wie Finn, wäre es falsch, Hilfsmittel einzusetzen, die an seiner Stelle sprechen«, erklärt Kathrin Jennerich. Seitdem Finn Hörgeräte trägt, ist es eindeutig, dass er sehr gut versteht, was andere sprechen. Seine Kontaktfreude und sein Mitteilungsdrang sind eine gute Gewähr dafür, dass er lernen wird, die Laute richtig zu bilden und verständlich zu sprechen. »Finn weiß, wie man kommuniziert, es fehlte ihm nur das Mittel, sich verständlich zu äußern«, so Jennerich. »Er hat sich im vergangenen Jahr sehr gut entwickelt. Die Chance ist groß, dass er komplett in die Lautsprache kommt.« Von Marlene Broeckers/esz

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