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Seelsorger Christoph Weick verabschiedet sich

Der Pfarrer geht in die Schule

Matthias PierenNoch eine Weile wird Christoph Weick in dem Pfarrhaus in Rod an der Weil wohnen.

Weilrod . Christoph Weick wechselt zum Beginn des neuen Schuljahres als Schulpfarrer nach Friedberg. Zu Beginn des Jahres hatte es in Rod an der Weil erheblich gekracht – der gesamte Kirchenvorstand trat zurück. Über die Gründe sagen alle Beteiligten nach wie vor nichts. Sein Weggang allerdings habe damit nichts zu tun, sagt Weick.

Das Konstrukt ist im Dekanat Hochtaunus einmalig: im mittleren Weiltal teilen sich drei eigenständige Kirchengemeinden einen Pfarrer. Der Spagat hat für Pfarrer Christoph Weick nun ein Ende. Zum Schuljahresbeginn hat für den 44-Jährigen mit der Schulseelsorge an der Henry-Benrath-Schule in Friedberg auch der Einstieg in ein neues Tätigkeitsfeld begonnen.

Der Wechsel wird schnell im Zusammenhang mit dem Rücktritt des Roder Kirchenvorstands Anfang des Jahres gesehen. Alle beteiligten Seiten, auch das Dekanat Hochtaunus, erklärten seinerzeit, sich nicht weiter über die Gründe zu äußern. Man wolle weiteren Schaden von der Gemeinde abwenden und auf keinen Fall eine Schlammschlacht, begründete damals der zurückgetretene Vorsitzende des Kirchenvorstandes Klaus Fuchs. Weick möchte auch heute über mögliche Beweggründe des Gremiums nicht spekulieren.

Die Pfarrstelle ist geprägt von langen Wegen

Zunächst lohnt sich ein Blick auf die besondere Struktur der gedrittelten Pfarrstelle. Nicht nur, dass der Pfarrer mit gleich drei Kirchenvorständen die Geschicke und den Gemeindealltag in drei eigenständigen Kirchengemeinden lenken muss. »Meine Pfarrstellensituation war – und das ist typisch für Weilrod – geprägt von langen Wegen«, sagt Weick. Es sei ganz normal gewesen, dass er nach dem Religionsunterricht in Riedelbach zu einem Gespräch in Gemünden fahren musste, oder nach einem Termin im Seniorenpark Carpe-Diem zu einem Besuch in Emmershausen. »Das Gemeindeleben in den drei Kirchengemeinden ist völlig unterschiedlich. Alle haben ganz eigene Stärken.«

Zerreißprobe für die Kirchengemeinde

Um die Situation zu verstehen, müsse man aber vor seinen Dienstbeginn als Pfarrvikar im Jahr 2011 schauen. Alle Kirchengemeinden mussten vor seiner Einführung zwei Jahre lang ohne Pfarrer auskommen, weil die Stelle vakant war, nachdem die Zusammenarbeit zwischen Weicks Vorgängerin und den Kirchenvorständen beendet wurde und diese gehen musste. »Das war eine sehr schwierige Phase, eine Zerreißprobe für alle Aktiven in den Gemeinden«, sagt Weick.

Gerade der Kirchenvorstand in Rod an der Weil habe unglaubliches Engagement in die Aufrechterhaltung des Gemeindelebens gesteckt. Weick spricht von einer enormen Leistung jedes Einzelnen während der zweijährigen Vakanz, die gar nicht hoch genug anzurechnen sei.

Kirchenvorstandsarbeit mit eigenem Zeitrhythmus

Weick war übrigens – auch das eine Besonderheit für seinen Dienst – an zwei Schulen, der Grundschule im Weiltal und der Gesamtschule in Riedelbach im Einsatz. »Am Anfang war ich manchmal mit meinen Vorstellungen und Ideen für das Gemeindeleben vielleicht etwas zu schnell. Kirchenvorstandsarbeit hat einen ganz eigenen Zeitrhythmus. Das musste ich lernen.« Insgesamt ist Weick jedoch mit dem, was in seiner Zeit mit den Gemeinden entstanden ist, zufrieden. »Für die Zukunft wichtig ist mir, dass es gelungen ist, über ein Projekt unserer Landeskirche und der Diakonie im Hochtaunus die Arbeit für Seniorinnen und Senioren zu stärken. Zudem bin ich sehr froh, in der Kinder- und Jugendarbeit die Jungschar- und Ferienspiel-Arbeit zu stärken und viele sehr engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen.«

Von Matthias Pieren

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