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Klima: gemeinsame Erklärung

Arme zahlen die Zeche

epd/Jochen TackDie Menschheit bläst zu viel Dreck in die Atmosphäre.

FRANKFURT. Den Verbrauch von Kohle, Öl und Gas reduzieren und den Energie- und Verkehrssektor so umbauen, dass er ohne fossile Energieträger auskommt: Das sind nur zwei der Forderungen, die Religionen und Naturschutzverbände an die Teilnehmer der Klimakonferenz in Bonn richten.

Die Schwächsten und Ärmsten haben am wenigsten zum Klimawandel beigetragen, aber sie sind diejenigen, die zuerst und am stärksten betroffen sind. »Immer mehr Menschen verlieren ihre Lebensgrundlagen und sind zur Flucht gezwungen.« Mit dieser Einschätzung wendet sich der Arbeitskreis Religionen und Naturschutz des Abrahamischen Forums Deutschland an die Verantwortlichen der Klimakonferenz in Bonn. Der Arbeitskreis hat eine Erklärung formuliert, die dieser Tage verabschiedet und in Bonn vorgelegt werden soll. Herausgeber sind das Abrahamische Forum in Deutschland und die Klimaallianz Deutschland.

Fossile Wirtschaft muss beendet werden

»Der Verbrauch von Kohle, Öl und Gas muss reduziert und die fossile Wirtschaft schrittweise auch ohne Einsatz der riskanten Atomtechnik beendet werden«, heißt es in der Erklärung. Erneuerbare Energien müssten stärker ausgebaut und der Energie- und Verkehrssektor so umgebaut werden, dass er möglichst schnell ohne fossile Energieträger auskommt. Es gelte, den Energieverbrauch zu reduzieren und die Effizienz zu erhöhen. Weitere Punkte sind der Ausbau der ökologischen Landwirtschaft und eine Überwindung der »Wegwerfmentalität«. »Grenzenloses Wirtschaftswachstum darf kein Ziel mehr sein. Geld sollte nachhaltig investiert und klimaschädliche Anlagen vermieden werden«, formulieren die Verfasser. Wo der Klimawandel bereits Folgen zeigt, gelte es, die Schwächsten und Ärmsten bei der Bewältigung dieser Folgen zu unterstützen.

Ausstieg aus der Kohleverstromung

Die Unterzeichner fordern die Bundesregierung zur Einhaltung der Klimaschutzziele in Deutschland auf, um die Erderwärmung auf 1,5 bis 2 Grad begrenzen zu können. Man hoffe auf einen sozialverträglichen Ausstieg aus der klimaschädlichen Kohleverstromung und den Beschluss für eine ökologische Verkehrswende.

Naturschutz und Religionen arbeiten zusammen

Das Abrahamische Forum ist ein Zusammenschluss verschiedener Religionsgemeinschaften, die sich auf Abraham berufen, mit Wissenschaftlern und Experten, die sich für eine friedliches Zusammenleben einsetzen. Der Arbeitskreis Religionen und Naturschutz im Abrahamischen Forum wiederum setzt sich für den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen ein.

Naturschutz in Gesellschaft hineintragen

Bei den Religionsgemeinschaften sei eine »Sensibilität für Umweltfragen« vorhanden, sagt Pfarrer Hubert Meisinger, Referent für Umweltfragen im Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der hessen-nassauischen Kirche und einer derjenigen, die die Erklärung an den Klimagipfel formuliert haben. Diese Sensibilität wolle man nutzen und in die Gesellschaft hineintragen, sagt er und nennt als Beispiel dafür die »Religionen und Naturschutz-Teams« (RuN-Teams) die sich bundesweit zusammengefunden haben oder noch im Aufbau sind. Diese Teams gehen in Gemeinden, Schulen und andere Bildungseinrichtungen und informieren und diskutieren dort über den Schutz der Natur.

Religiöse Menschen leicht zum Umweltschutz zu motivieren

Die Fließtextzündung zur Zusammenarbeit zwischen Naturschutzverbänden und Religionsgemeinschaften sei vom Bundesamt für Naturschutz gekommen. Dort habe man festgestellt, dass Menschen mit religiösem Hintergrund leicht dazu zu motivieren seien, sich für die Umwelt einzusetzen, sagt Meisinger.

»Jeder einzelne trägt Verantwortung«

Er selbst erwartet vom Klimagipfel in Bonn eine Verpflichtung der Staaten, ihre Klimaziele umzusetzen und neue Verabredungen, die über das bisher formulierte hinausreichen. »Wenn nur das umgesetzt wird, was bisher verabredet war, landen wir bei drei Grad Erderwärmung«, sagt Meisinger und richtet einen Appell an die Zivilgesellschaft: »Jeder einzelne hat eine Verantwortung.« Das reiche von umweltschonender Mobilität über nachhaltigen Einkauf bis hin zur Ernährung. »Wenn wir weniger Fleisch essen, ist das gut für die CO2-Bilanz«, betont Meisinger.

Von Renate Haller

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