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Gemeindereport

Gut eingetaktet

Mainz Marienborn

Nicole Weisheit-ZenzIm ökumenischen »Centrum der Begegnung« haben Menschen verschiedenen Alters und unterschiedlicher Herkunft Platz und Gelegenheit sich auszutauschen und ihre kulturellen Eigenschaften mitzubringen. Fotos: Nicole Weisheit-Zenz

MAINZ. Zehn Jahre, das mag nicht viel erscheinen im Umfeld der Kirche. Doch für die Gemeinde in Marienborn ist es ein sehr wichtiges Jubiläum: Das ökumenische »Centrum der Begegnung« besteht seit 2007 und ist verbunden mit großem ehrenamtlichen Engagement.

Enthusiasmus am Anfang und langer Atmen bei allen neuen Herausforderungen haben es ermöglicht, im Mainzer Stadtteil Marienborn seit einem Jahrzehnt wertvolle sozialdiakonische Arbeit zu leisten. Ohne all das Herzblut hätte das Centrum wohl seine Türen schließen müssen. Denn eine große, finanz- und personalstarke Organisation steht nicht dahinter. Stattdessen ist es etwas Besonderes, dass sich zwei Gemeinden mit solch starkem Einsatz für das Gemeinwesen, für die Menschen vor Ort engagieren.

Unzählige Ehrenamtliche

Das »Centrum der Begegnung/Haus der Familie« besteht in ökumenischer Trägerschaft von evangelischer Kirchengemeinde, katholischer Gemeinde und Pfarrgruppe sowie der Caritas-Gruppe Mainz-Marienborn. Neben institutionellen und privaten Förderern sowie unzähligen Ehrenamtlichen ermöglichen die beiden christlichen Gemeinden diese Arbeit. »Der Vernetzung und Teilhabe möchte die Einrichtung dienen und Spielräume eröffnen für den christlich-muslimischen Dialog, zudem ist hier ein Standort für die Offene Kinder- und Jugendarbeit, in Kooperation mit der Stadt Mainz«, erklärt Peter Meyer. Seit zwei Jahren ist er Gemeindepfarrer in Marienborn.

»›Da gibt es Handlungsbedarf!‹ – das war schon früher vielen Marienbornern bewusst«, erinnert sich Berit Sommerfeld als langjährige Vorsitzende des Kirchenvorstands. Das gesellschaftliche Spektrum spiegelt sich wider im Quartier, zu dem neben dem gutbürgerlichen alten Ortskern ein Neubaugebiet mit vielen jungen Familien und ein Hochhausviertel zählen.

Der guten Sache verpflichtet

Die Hoffnung, in das Förderprogramm »Soziale Stadt« aufgenommen zu werden, hatte sich nicht erfüllt, doch als »Menschen, die gern selbst etwas tun«, wollte man nicht so schnell aufgeben. Viele hätten dann gesagt: »Meinen Teil trage ich dazu bei, lasst uns doch bald etwas auf die Beine stellen«, erinnert sich Sommerfeld. Als Motoren fungierten auch die beiden damaligen Pfarrer Harald Jaensch und sein katholischer Kollege Reinhard Vitt. Weil es allen so wichtig erschien, nahm man viel Mühe auf sich. Im Sinne der guten Ökumene, die lange Tradition hat in Marienborn, fühlten sich auch die Mitglieder der Caritas-Ortsgruppe der guten Sache verpflichtet, deren Vorsitzende Julianna Bisang ist.

Die Räume sind barrierefrei und gemütlich

Um Räume des Kontaktes und der Begegnung zu schaffen, müssen die Schwellen niedrig gehalten werden. Eine Wohnung dafür anzumieten schien wenig sinnvoll, und so nutzte die neugegründete Ökumenische Initiative die Gunst der Stunde, als Geschäftsräume frei wurden. Mit viel Elan richteten die Ehrenamtlichen Räume her, barrierefrei und gemütlich. »Für die Ausstattung hatten wir kein großes Budget und haben uns gefreut, dass viele Sachen abgegeben wurden, von Büchern und Spielsachen bis zum Kochtopf«, schmunzelt Carola Herbrik.

Die meisten Angebote sind kostenfrei

Viele Leute gehen hier ein und aus: Ob Deutschkurse, die vorher im Gemeindehaus stattfanden, die bewährten Angebote der offenen Kinder- und Jugendarbeit, Hausaufgabenhilfe oder Frühstückstreffen. Herbriks Aufgabe ist es, zwischen jenen zu koordinieren, die etwas wollen oder die etwas anbieten können, und die entsprechenden Zeiten dazu einzutakten. Einige Projekte hat die engagierte Frau im Laufe der Zeit schon mit auf die Beine gestellt, noch weit über ihre Tätigkeit als Projekt-Koordinatorin hinaus – Musikgartengruppen, praktische Inklusionsförderung, Lotsendienste oder Nähkurse.

Zuspruch finden auch die Computerkurse oder die Beratungsangebote, ob an Migranten gerichtet, an junge Leute oder Eltern. Die meisten Angebote sind kostenfrei, vieles wird über Projektförderungen finanziert – was leider auch, wie die Marienborner bedauern, mit langer Vorlaufzeit und viel Bürokratie verbunden ist. Bei der ohnehin preisgünstigen Ferienbetreuung setzt man sich dafür ein, dass die Teilnahme nicht am Finanziellen scheitert. Dafür treffen sie sich abwechselnd an mehreren Standorten, um Vorbehalte zu überwinden gegenüber »denen vom Sonnigen Hang« oder »aus dem Ort«.

Den Stadtteil aktiv mitgestalten

Sich besser kennenlernen und zusammen neue Kraft sammeln lässt sich auch bei den gemeinsamen Mittagessen und beim internationalen Kochen. Wer selbst mitarbeiten möchte, ist auch gern willkommen. Carola Herbrik schaut dann, wer wo am besten aufgehoben ist, um den Stadtteil aktiv mitzugestalten. Dankbar ist sie für alles, was bisher gemeinsam erreicht werden konnte um weiterzuhelfen. Ein Herzenswunsch zum Geburtstag ist vor allem mehr finanzielle und dadurch Planungssicherheit, um langfristiger absehen zu können, ob und wie es weitergeht.

Von Nicole Weisheit-Zenz

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Bibelwort des Tages

Losung und Lehrtext für Montag, 21. August 2017
Der HERR verstößt nicht ewig; sondern er betrübt wohl und erbarmt sich wieder nach seiner großen Güte. Klagelieder 3,31-32
Der Gott aller Gnade aber, der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus, der wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, aufrichten, stärken, kräftigen, gründen. 1.Petrus 5,10

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Martin Vorländer
Theologischer Redakteur

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